AUSSTELLUNG

la-o-looping – sich windend bis wolkig
Gerold Tusch

 
Seit unglaublichen 35 Jahren arbeitet Veronika Hitzl mit ihrem Team unermüdlich und stets leidenschaftlich für die Idee EBORAN. Die Non-Profit-Galerie markiert ihr 35 jähriges Bestehen mit einem Programm, das ausgewählte, dort seit 1984 gezeigte, Künstler erneut mit einer Ausstellung betraute. Die Ausstellung „la-o-looping“ von Gerold Tusch beendet diese Reihe. Seine erste Ausstellung bei Eboran wurde vor 22 Jahren genau am selben Tag wie die aktuelle Präsentation eröffnet (Vernissage: 20.November 2019)

la-o-looping

Mit dem Titel la-o-looping zeigt Gerold Tusch in der Galerie Eboran eine Gruppe neuer Arbeiten, die sich unter anderem mit schlängelnden Formationen beschäftigen.

Die sich windenden Strukturen mit glatten oder perforierten Oberflächen stellen in ihren Schleifen ohne Anfang und Ende Fragen nach dem Raum und seinen Dimensionen.
Ausgangspunkt für die Arbeiten war die Auseinandersetzung mit den beiden Schlangen, die den Priester Laokoon und seine Söhne in der antiken Skulpturengruppe kunstvoll und hochästhetisch, in ihrer ursprünglichen Form heute nicht mehr rekonstruierbar, umschlingen und wesentlich zum Faszinosum des Werkes beitragen.
Die gezeigten  Werke von Gerold Tusch loten, so wie auch alle kunsthistorischen Rekonstruktionsversuche der Schlangen an der antiken Laokoongruppe, das Spannungsfeld zwischen formal kalkulierter Erscheinung und informeller Zufälligkeit aus.

Ihnen werden in der Ausstellung Objekte einer vollkommen unterschiedlichen Sinnlichkeit gegenübergestellt. Sie beschäftigen sich mit dem „himmlischen“ Motiv der silbernen Wolke – barocken Altären und Dekorationen entlehnt – und bilden inhaltlich und formal einen deutlichen Kontrast zu den „Schlangenformationen”. Sowohl in der glanzvoll-silbrigen Oberfläche, als auch in ihrer licht-aufstrebenden Anmutung, unterstreichen die „Wolkenobjekte“ diesen Gegensatz.

Bis auf die große Wandarbeit „la-o-looping“ zum Motiv der beiden Laokoon-Schlangen sind die Arbeiten weitgehend abstrakt. Und auch wenn sich zu beiden Werkgruppen gegensätzliche Begriffspaare wie terrestrisch und celeste, düster und licht, oder abgründig und erhebend finden lassen, sind die Arbeiten dennoch nicht symbolisch oder „wörtlich“ zu lesen. Es ist eine Anmutung oder Stimmungslage, die hier die formalen Fragestellungen ergänzt und begleitet.