AUSSTELLUNG

Data Mist
Daniel Huber & Eva-Maria Schitter

 
Datenbank, Datenerfassung, Datensalat, Datenklau, Datenzugriff , Datenechtheit, Datenabgleich, Datensicherheit, Datenendgerät, Datenleck, Datenpanne, Datensatz, Datendiebstahl, Datenskandal, Datenvolumen, Datenlieferung, Datenschutz, Datenträger, Datenschutzerklärung, Datenrate, Datenschatten, Datenspeicher, Datenspionage, Datentarif, Datenübertragung, Datenhighways, Datenkomprimierung, Datenmissbrauch, Datennetz, Datenverkehr, Datenwolke – Daten bestimmen heute die Welt mit. Wir produzieren sie, verkaufen sie, machen sie zu überlegenen Intelligenzen, missbrauchen sie oder lassen sie schlechterdings im Netz liegen. Sie bestimmen uns ohne dass wir davon Notiz nehmen. Und manchmal gehen wir auch in ihnen unter oder zumindest in der Vorstellung, die wir von ihnen haben. Denn zuweilen ist diese eine nicht allzu konkrete.

Digitale Daten haben scheinbar längst ersetzt, was lange Zeit nur biologisch eruierbar war: Die Feststellbarkeit der Einzigartigkeit eines jeden Erdenbürgers. Man „kennt“ uns. Aber wir sind mehr, als die Summer aller Daten, die uns zugeordnet werden kann. Mit dieser Überzeugung nähern sich die Künstler Daniel Huber und Eva-Maria Schitter auf zwei unterschiedlichen Linien dem Thema. Sie sehen ab von unfasslichen kybernetischen Gebilden und artifiziell intelligenten Montagen. Vielmehr begreifen Huber und Schitter die durch Digitalisierung emergierenden Datenmassen als Herausforderung, für sie selbst begreifliche Wege aus der Diffusität und der erdrückenden Wucht zu finden, die der Komplex in sich trägt. Sie versuchen durch ihre Arbeiten materiellen Halt zu finden zwischen den Dimensionen einer Entität, deren Substanz sich lediglich in Schemen manifestiert.

Mit seinem interaktiven Mural aus Tape Art hält Huber das Jetzt fest, in dem er sich selbst als Daten-Objekt reproduziert und für den Betrachter ortsbezogene und intime digitale Begegnungsmöglichkeiten o en legt. Ein weiteres Werk, das am Boden installiert ist, darf betreten werden und symbolisiert die Position seines hilflos fallenden Selbst im bodenlos scheinenden Daten-Universum. Schitter hat ihren Weg aus der Unüberschaubarkeit der Materie in der Erstellung von für sie bedeutsamen, persönlichen Datensammlungen gefunden. In der Ausstellung zu sehen sind analoge fotografische und zeichnerische Serien als physischer Konter zur Wertlosigkeit ihrer Daten für sie selbst in der digitalen Datenwelt. Es ist eine Serie aus doppelt belichteten Fotografien zu sehen, die raum-zeitliche Dimensionen des Jetzt mit der Vergangenheit verschmelzen lässt, nichts fordernde, großformatige Decken-Abbildungen von Räumen, die einladen, sich in ihrer grafischen Ästhetik zu verlieren und eine Serie aus Zeichnungen, die den filmisch flanierenden Blick der Künstlerin abbildet.

Die Zusammenführung der beiden künstlerischen Positionen zu einer Gemeinschaftsausstellung ist letztlich das Ergebnis einer langen Reise auf der Suche nach Halt in dem peripher begreifbaren Datenkosmos.

 

DATUM

05. 10. – 01.11.2019
Eröffnung im Rahmen der langen Nacht der Museen

LIVE-DJ

Fu Vk (Freakadelle)

LINKS

Making Of: Facebook Data Mural
Artikel in “meinbezirk.at”
Artikel in “Kronen Zeitung”
Daniel Huber Website