AUSSTELLUNG

Brotberuf Malerei
Eva Hradil

 

2019 feiert die Galerie Eboran ganzjährig ihr 35jähriges Bestehen! Begonnen wird der Geburtstagsreigen mit Arbeiten der Malerin Eva Hradil. Vernissage ist am 8. Februar 2019, über die Ausstellung spricht Günther Oberhollenzer. (Achtung: Ausnahmsweise ist die Vernissage an einem Freitag.) Die beiden Begrifflichkeiten des Ausstellungstitels bilden gemeinsam eigentlich einen Antagonismus.

Der Thematik, die durchaus ernst oder prekär ist, nämlich vom Beruf  – für den man sogar studiert hat – nur dann verlässlich leben zu können, wenn man insgeheim noch eine andere Tätigkeit ausübt (oder sehr erfolgreich oder sehr eigensinnig ist), wird mit Humor begegnet.

„Kann man denn davon leben?“ sei die postwendende Frage, wenn sie ihren Beruf nennt, meint die bildende Künstlerin. Antwort auf diese Frage werden die gezeigten Arbeiten – großflächige sowie sehr kleinformatige Malereien, Zeichnungen und Serigrafien – nicht bringen; die Frage selbst jedoch aus den verschiedensten Blickwinkeln beleuchten. Eva Hradil ist Meisterin der einfachen Motive. Oft sind die Protagonisten ihrer Bilder Sessel, Schuhe oder Menschen. Diesmal wurden die Hauptrollen an (Butter)Brote vergeben. Mit Selbstironie bearbeitet sie das Thema „Brotberuf Malerei“. Der Mikrokosmos, das Gewöhnliche, das Einfache, Alltägliche interessiert sie. Daraus schält sie eine Kraft heraus und zeigt sie in ihren Bildern. Vertraute Formen erhalten eine Bedeutung und Veränderung. Das Beste vom Einfachen sei ihr Ziel.

„Mir ist das Beste vom Einfachen lieber, als eine lieblose oder verfälschte Ausgabe etwas scheinbar Besonderen.“  So hält sie es im Alltag und in der Arbeit im Atelier. „Der Mikrokosmos, das Gewöhnliche, das Einfache, Alltägliche interessiert mich. Die Kraft, die darin steckt, zu zeigen. Ich brauche keine großen Themen, mir reicht ein Butterbrot.“ Die damit verbundene Bescheidenheit ist jedoch relativ, so findet man in der Galerie Eboran auch zwei gemalte Brote mit jeweils 2 x 4 m Größe.

„Meine Bank führt mich als Unternehmerin“ meint die bildende Künstlerin. Und das ist sie ja auch. In Personalunion sei sie Geschäftsführung, Produktion, Produktentwicklung, Forschung, Einkauf, Verkauf, Recherche, Buchhaltung, Marketing, Logistik,  Betriebsrat, Reinigungspersonal, Empfang, Mahnwesen, und was sonst noch anfällt.

Was unterscheidet den Brotberuf Malerei von anderen Unternehmen?

„Vielleicht, dass ich keine definierte Zielgruppe habe?“ Arbeitet denn eine bildende Künstlerin nicht um den Nerv ihrer potentiellen Kunden zu treffen? Nur dann, wenn sie wirklich ein Auftragsbild malt, und selbst da missachtet sie auch schon einmal eine Zielvorgabe des Auftraggebers, dann jedoch um damit den Nerv zu treffen. „Würde ich nur umsetzen, was gewünscht ist, bräuchte es mich nicht“ meint sie dazu.

Immer wieder entstehen ihre Bilder aber ohne den Auftrag anderer. Es sind ihre eigenen Themen, die sie bearbeitet. So wie in der Ausstellung, die bis 1. März in Salzburg zu sehen ist. Obwohl es ihre eigenen Erfahrungen seien, erreichen sie andere Menschen. Es sei gerade das authentische, das ankommt. Teilweise haben diese Bilder Titel, die auf eine prekäre Arbeitssituation hinweisen könnten, wie „Ich mal mir mal die Butter aufs Brot“ oder „dann sollen sie doch Kuchen essen“. Die Bilder selbst aber sind Zeugnisse eines funktionierenden Umgangs mit dieser Situation. Mit Humor, Direktheit und Großzügigkeit in der Handschrift bearbeitet Hradil ihre Butterbrote, die zu Darstellern des Themas werden.

 

DATUM

08. FEB – 01. MÄRZ 2019

LINKS

Eva Hradil Website
Artikel in „meinbezirk.at“