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Boatpeople – freedom and borders

Margret Kohler-Heilingsetzer (Schiffsinstallation, Grafik)
Christian Ecker (Fotografie, Installation)
Margret Kohler-Heilingsetzer, Installation boatpeople, Detail Christian Ecker, Route Salzburg–Lesbos, 2015
Eröffnung: 10. Mai 2019, 19 Uhr
Einführung: Dr. Margit Zuckriegl, Kunsthistorikerin
Ausstellungsdauer: 11. Mai bis 1. Juni 2019
Öffnungszeiten: Do–Fr, 18–20 Uhr, Sa 14–17 Uhr

Margret Kohler-Heilingsetzer
geboren 1949 in Wien, lebt und arbeitet in Wien

Die Wiener Künstlerin und Grafikerin Margret Kohler-Heilingsetzer arbeitet projektbezogen mit den Medien Druckgrafik, Zeichnung, Fotografie, Terrakotta und Installation. Angeregt durch Aufenthalte in Mexiko und Peru beschäftigt sie sich seit den 1990er Jahren mit außereuropäischen, indigenen Kulturen, die sie zur Herstellung von kleinen Terrakottaköpfen inspirierten. Kohler ist fasziniert vom Meer, den Stränden, Gezeiten und wurde in Italien bereits früh mit den Schicksalen der Bootsflüchtlinge konfrontiert.

Das Schiff als Metapher für Flucht, Aufbruch und Illusion von einer besseren Zukunft ist Ausgangspunkt für ihre Arbeiten. Die „Boatpeople“, welche in der Eboran Galerie Wien gezeigt werden, waren schon als „Passagiere“ auf verschiedenen Booten unterwegs. Dabei handelt es sich um viele kleine, individuelle Terrakottaköpfe mit starkem Ausdruck, unterschiedlichsten Etnien und Geschichten. Bei jeder Installation kommen weitere Charaktere hinzu, welche in Kohlers Fantasie entstehen, die durch Medienberichte oder persönliche Begegnungen angeregt wird.

Inszenierte Fotoserien werden seit 2009 in Offset umgesetzt. Die Künstlerin ist besonders auf Tiefdruck- Techniken spezialisiert und produziert eigene Offsetplatten von ihren analogen und digitalen Fotografien. Für Kohler sind eigene Herstellungs- und Druckprozess sowie Experimente ein wertvoller Bestandteil ihrer Ideenfindung.

Der collagierte Offsetdruck “dream of a better life“ wurde 2016 auf der Grafikbiennale in Douro/ Portugal gezeigt und ist nun das erste Mal in Wien zu sehen. Seit 2017 arbeitet die Künstlerin an der Serie “departure – arrival“.


Christian Ecker
geboren 1961 in Salzburg, lebt und arbeitet in Salzburg

Betritt man den kleinen Ausstellungsraum der Eboran Galerie in Wien, so fällt zuerst ein geklebter gelber Linienverlauf quer durch den Raum auf. Er beginnt am Boden des Eingangsbereiches und endet an der gegenüberliegenden Wand, an der eine Fotografie mit dem Wort Hoffnung in englischer und arabischer Sprache hängt. Es zeigt die Route von Lesbos nach Salzburg, die Ecker im November 2015 gemeinsam mit Menschen auf der Flucht dokumentiert hat. Der exakte Reiseverlauf samt detaillierter Angaben zu Busverbindungen, Preisen und Verpflegung war in Lesbos‘ größtem Flüchtlingslager Moria ausgeschildert.

„Buoyancy“ lautet der Titel seiner Fotoarbeiten, die zu einem Teil aus Originalteilen von Schwimmwesten und Schlauchbooten, die zur Flucht verwendet wurden, bestehen und zum anderen Teil aus Fotografien von Menschen, die vor den Kriegsgreueln auf der Flucht waren. Zu sehen sind auch Fotografien von Fundstücken, die vor der Überfahrt von türkischer Seite nach Lesbos liegen geblieben sind wie eine Kunststoffrose oder ein Portraitfoto. Die Plakate im Galerieraum sind eine Collage aus Fotografien und Aussagen aus Kunst, Wissenschaft und Politik über Flucht und Grenzen.

Buoyancy, was übersetzt soviel wie Auftrieb, Lebenskraft, Tragkraft (Buoyancy aid = Rettungsweste) bedeutet, hat sich für Ecker als perfekter Titel seiner Werkgruppe herausgebildet. Braucht man nicht Auftrieb und Lebenskraft, um den schwierigen und lebensgefährlichen Weg der Flucht zu bewältigen?

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