Parallax . Emma Weymayr-Kersten / Gertrud Fischbacher

 Bild: Emma Weymayr-Kersten

Bild: Emma Weymayr-Kersten


25|2|2016 - 25|3|2016

 

 

Parallax


Eröffnung: 24.2.2016, 19 Uhr
Einführung: Maria Christine Holter, Wien
Ausstellungsdauer: 25.2. – 25.3.2016
Öffnungszeiten: Di–Fr 18–20 Uhr

Die Ausstellung Parallax zeigt Darstellung von Natur. Zwei künstlerische Positionen, Emma Weymayr-Kersten und Gertrud Fischbacher, die mit unterschiedlichen Medien zwischen Konkretem und Abstraktem oszillieren. Dabei geht das Bild der Natur einen steten Weg der Veränderung. Vom Abbild und Vorbild bewegt sich der Bildfindungs-/Mutationsprozess kontinuierlich hin zu einem künstlerischen Konstrukt.

 

 

Emma Weymayr -Kersten

Die letzten Jahre beschäftigte ich mich intensiv mit der Zeichnung. Wahrnehmungen können mit dem Bleistift direkt umgesetzt werden. Die vordergründige Einfachheit des Mediums bedingt besondere Genauigkeit und inhaltliche Klarheit.
Die Zeichnungen sind Bilder von Fundstücken aus meiner nächsten Umgebung: Weggeworfenes (das ich vom Boden auflese), Naturfragmente, Zweige, Blätter, Steinchen; An diesen Objekten interessieren mich Prozesse der Vergänglichkeit und der Veränderung. Die Objekte sind auf großformatigen Zeichenblättern zu fragilen Ordnungssystemen arrangiert. Ihre Formen, Oberflächen, Strukturen und Schatten werden beim Zeichnen in abstrakte Liniengefüge und Grauwertstufen übersetzt. Während der letzten Monate entstand eine Werkserie, die Zäune zeigt. Obwohl ursprünglich nicht induziert, kann sie als Reaktion auf die gegenwärtige Situation an Europas Grenzen gedeutet werden.

 

Emma Weymayr-Kersten,
Studium am Mozarteum in Salzburg in der Bildhauerklasse von Prof. Ruedi Arnold,von 1987-1989 und von 1992- 1994 Studium an der Universität der Bildenden Kunst in der Bildhauerschule von Prof. Bruno Gironcoli, 1995 Diplom; lebt und arbeitet in Wien.

 

 

Bild: Gertrud Fischbacher

Gertrud Fischbacher: Landscape, space and memory, 2016


Gertrud Fischbacher

Die Hinterfragung der fotografischen Möglichkeiten bezüglich eines heute relevanten Naturbildes. Jede Auseinandersetzung mit Landschaft, als perspektivische Raumerfahrung, ist gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit der Natur (nicht zwingend umgekehrt). Landschaft wird erst über Bewegung erfahrbar gemacht und ist einem steten Wandel unterzogen, nicht nur geologisch, sondern auch in der Art und Weise wie wir sie sehen.

Dort wo das Ende der Natur verortet wird, setzt nicht notwendigerweise der Beginn der Kunst ein, sondern höchstens der Beginn der Künstlichkeit. Neue Technologien bringen zwangsweise eine Änderung der Bildästhetik mit sich. Die Retusche begleitet die Fotografie von Anfang an. Jede Auseinandersetzung mit Landschaft, als perspektivische Raumerfahrung, ist gleichzeitig eine Auseinandersetzung mit der Natur (nicht zwingend umgekehrt). Landschaft wird erst über Bewegung erfahrbar gemacht und ist einem steten Wandel unterzogen, nicht nur geologisch, sondern auch in der Art und Weise wie wir sie sehen.

In meiner künstlerischen Praxis ist die Natur als Bild das Ergebnis einer interpretativen Recherche. Themenkomplexe realisiere und inszeniere ich fotografisch (seriell), zeitbasiert als Video und als mediale Rauminstallation. Natur- und Landschaftsdarstellungen suggerieren Zeitlosigkeit, im Kontrast zu den verwendeten Medien, bei denen Zeit, die entscheidende Rolle spielt. Neben digitalen setze ich gezielt analoge Medien und deren spezielle Möglichkeiten, zum Schaffen von fotografischen Bildwelten/Bildräumen ein.

Es geht mir um die Idealvorstellung und Konstruktion von Landschaft und einer Annäherung über das Strukturhafte, Immanente, nicht um die dokumentarische Sicht und Verortung (vergleiche: Hyperrealität bei Jean Baudrillard). Natur im Zeitalter ihrer allgegenwärtigen Verbildlichung, ihrer medialen Präsenz wird in einer purifizierenden Sicht auf Grundsätzliches hinterfragt: Natur ist Licht, Zeit, Raum, Struktur und die Auseinandersetzung mit Realität bzw. dem äußeren (An-)Schein der Dinge. Die Präsenz der Natur in meinen Arbeiten ist eine rein mediale, gezielt künstliche. Es ist sowohl eine Transformation von einem Platz zu einem anderen und die Konservierung einer Jahreszeit, irgendeines Ortes –lebendig gemacht in einer anderen, bzw. Anderswo.

 

Gertrud Fischbacher,
Studium am Mozarteum in Salzburg Bildnerische Erziehung und Textiles Gestalten; lebt und arbeitet in Salzburg und Köln. Lektorin an der Universität Mozarteum.