Delantal . Petra BUCHEGGER

 Petra Buchegger, Projizierte Frauenbilder 01, 2003, aus der 80-teiligen, gleichnamigen Diaserie

Petra Buchegger, Projizierte Frauenbilder 01, 2003, aus der 80-teiligen, gleichnamigen Diaserie


Ausstellungszeitraum: 14. Juni bis 6. Juli 2012

Vernissage: Mi, 13. Juni 2012, 19.00 Uhr

 

FrauSein jenseits von FrauenBildern

Meine künstlerische Arbeit steht im theoretischen Zusammenhang mit der feministischen Philosophie der Mailänderinnen - das ist das Autorinnenkollektiv der Mailänder Libreria delle donne und die Veroneser Philosophinnengemeinschaft Diotima. Zentrales Standardwerk ist das Buch „Die symbolische Ordnung der Mutter" von Luisa Muraro. Die Inhalte wie „weibliche Genealogie", „affidamento" (das Sich-Anvertrauen) und die Bedeutung von „weiblicher Freiheit und Differenz" verarbeite ich in der Auseinandersetzung mit dem Kleidungsstück der Kittelschürze, die bevorzugt von meiner Groß- und Urgroßmutter getragen wurden. Die Verwendung und der Bedeutungswandel dieser Schürze, die damit verbundenen Erinnerungen und Erfahrungen sowohl im ländlichen als auch im städtischen Bereich, sowie die Typologie der Schürze sind dabei von besonderem Interesse.

In der Arbeit der „Projizierten Frauenbilder" ziehe ich mir die Kittelschürze über und schlüpfe somit symbolisch in die Rolle meiner weiblichen Vorfahren. Über die Reflexion meiner weiblichen Genealogie und das Nachdenken über meine weiblichen Vorbilder, ihrer Geschichte und ihrer geleisteten Arbeit trete ich ein in einen, wie Luisa Muraro das nennt, Prozess des „Die-Mutter-lieben-Könnens". Frauenbilder aus Zeitschriften wie Playboy, Elle, Vogue, Cosmopolitan und andere werden über mich projiziert. In diesen Bildern geht es um das alltäglich zur Schau gestellte Bild der Frau in Mode-, Design-, Sex- und sonstigen Frauen- und Männer-Zeitschriften. Durch meine Gestik und Mimik dokumentiere ich das Geschehen und unterscheide oder identifiziere mich mit der Anders-Artigkeit der projizierten Frau, zeige Behagen oder Unbehagen und hinterfrage dadurch Klischees und Erwartungshaltungen. Es geht mir dabei ums Frau-Sein jenseits von Frauen-Bildern - um die Definition eigener Identität durch ein Nachdenken über Gleichheit und Differenz. Die Kittelschürze als Symbol des Alltags und der Realität bildet den mütterlichen Gegenpol im Bild und verweist auf die Unmöglichkeit der Entscheidung, nur eines zu sein oder alles zugleich. Ich verstöre die tradierten Frauenbilder und öffne damit Freiräume für das eigene Selbst, für die weibliche Differenz.

weitere Informationen zur Künstlerin unter: www.petrabuchegger.at