format_16:9 . Elisabeth und Albin Schutting


Grafik, Malerei und Video

11. Juni 2010 – 02. Juli 2010

 

Unter dem Titel „format_16:9“ stellen die miteinander verheirateten Künstler Elisabeth und Albin Schutting in der Galerie Eboran großformatige Malereien aus, die formal und inhaltlich aufeinander bezogen sind. Schon der Titel der Ausstellung verweist darauf, dass die Bilder auf moderne Informationsmedien eingehen. Allgemeine medientheoretische Fragestellungen, die sich vor allem auf die Situation des Fernseh-Rezipienten beziehen und konkrete Inhalte, zum Beispiel ein Theaterstück oder eine Fotografie des zerbombten Dresden, waren Ausgangspunkte der Werke. Aktuelle oder immer wieder aktuelle Themen aus Nachrichten werden dabei in einen kunsthistorischen Kontext gestellt. Afrikanische Flüchtlinge, Kriegsopfer und immer wieder der Journalist Friedrich Orter tauchen in berühmten Werken der Vergangenheit auf, wodurch sich neue gegenwartsbezogene Fragestellungen ergeben. Neben diesen in enger Zusammenarbeit entstandenen Bildern sind noch ein grafischer Zyklus zum Thema Einschlafen und eine Videoarbeit von Elisabeth Schutting mit dem Titel „werden, sein, sterben“ zu sehen.

 

Julian Schutting schreibt 2009 in seinem Text Betrachtungen zu Bildern von Albin und Elisabeth Schutting:

„(…) in ihren Auffassungen von Kunst und zeitgemäßen Kunstausübungen mögen sie weitgehend übereinstimmen, über Politik und soziale Fragen dürften sie ähnlich denken, also wird auch beider Menschenbild verwandtschaftliche Züge aufweisen; aber der künstlerische Anspruch, den sie, jeder für sich, an sich haben, auch ihre Interessen an dem, was sie dann ausführen, das ist doch, inklusive ihrer Verfahrensweisen, dermaßen divergent, dass sie sich schon vor etlichen Jahren ganz Ungewöhnliches, meines Wissens in der Malerei Singuläres, einfallen lassen konnten (und das auch weiterhin konsequent konkretisieren): indem sie, möglicherweise von Komponisten und Lyrikern dazu angeregt, die in friedlichem Wettstreit gemäß Vereinbarung ein berühmtes Thema respektive eine berühmte Gedichtszeile eines Großen variieren, von beiden gleich anregend Empfundenes zu verlegenheitshalber ´DOPPELBILDER` Genanntem nutzen, indem sie also das, was jeder für sich als s e i n e Antwort ausgeführt hat, Blatt an Blatt zusammenfügen, auch darin Seite an Seite vereint! (…)“