Salvagente . Carmelo di Feo


21|4|2016 - 20|5|2015

 

 

Carmelo di Feo
Salvagente
Malerei, Installation, Zeichnung, Skulptur


Eröffnung: Mittwoch, 20. April 2016, 19.00 Uhr
Einführung: Dr. Wolfgang Richter
Ausstellungsdauer: 21. April bis 20. Mai 2016
Musikperformance: NOMAD (Fritz Moßhammer, Youness Paco)
Öffnungszeiten: Di–Fr 18–20 Uhr



unsere zweite Eröffnung führen wir mit dem italienisch/österreichischen Künstler Carmelo di Feo fort, der sich in seiner Arbeit Salvagente, was übersetzt „Menschen retten“ bedeutet, mit der wohl größten humanitären Krise, der Flüchtlingsströme nach Europa beschäftigt. Menschen fliehen vor Tod, Angst, Armut, Unsicherheit und nehmen dafür viel in Kauf. Sie riskieren auf der Flucht ihr Leben – ein Leben, das dort, woher sie kommen, verloren ist. Die Hoffnung auf Frieden und Sicherheit ist der Motor, der zur Flucht antreibt. Die Schiffe werden zum Medium, unsichere Balken, die Menschen in Sicherheit bringen sollen. Die Entfernungen sind nicht groß, entscheiden dennoch über Leben und Tod.

Die Insel Lampedusa ist eines der ersten Ziele auf der Reise in ein besseres Leben, auf dem Weg zur Integration in der Fremde unter fremden Menschen, fremden Kulturen und fremden Sprachen. Nicht selten bleibt es bei der Durchreise - aus mangelnder gegenseitiger Akzeptanz, aus Angst vor dem Unbekannten und Fremden.

Carmelo Di Feos Barconi – Flüchtlingsschiffe, zusammengesetzt aus Ausschnitten von Einladungskarten, die der Künstler als Paletten zum Mischen seiner Farben benutzt, sind bunt und sehr verschieden, wie auch die Menschen, die auf ihnen Ihr Glück suchen. Es sind „sculture probabili“, mobile Objekte, aus deren Bestandteilen in anderen Positionen neue Skulpturen entstehen können. Stellvertretend für die Möglichkeiten der Menschen, die ebenfalls neue Positionen in einem Europa einnehmen könnten, würde es sich doch um ein politisches und nicht wirtschaftlich motiviertes Europa handeln, das wahrhaft Verantwortung übernimmt.

Der Leporello mit 24 Zeichnungen "I senza terra" handelt von Menschen auf der Flucht, die immer wieder mit dem Tod konfrontiert sind. Schriftbilder mit Informationen zu Schiffbrüchigen aus den letzten Jahren konfrontieren den Betrachter mit nüchternen Zahlen und machen aufmerksam auf die schrecklichen Dimensionen der im Meer zu Tode gekommenen. Die Ölbilder erzeugen ein Spannungsfeld zwischen Idylle und Schrecken. Das Objekt "Si è spenta una luce" ist eine Hommage an den früheren Chef-Archäologen der antiken syrischen Wüstenstadt Palmyra, Khaled al-Assaad, den die Terrormiliz ISIS im August 2015 ermordet hat, und steht für das Engagement eines Wissenschaftlers, der die Vergangenheit und Zukunft unserer Kultur zu schützen versucht hat.